Vereinsarchive
Vereine waren im 19.Jahrhundert sehr oft auch in ganz wesentlichem Masse Träger politischer Ideologien. Ihre Mitglieder übten so durch ihre grundsätzlich politische Ausrichtung und ihr geschlossenes Auftreten in der Öffentlichkeit bestimmenden Einfluss auf politische Tagesereignisse aus, auch bestimmten sie, wie das z.B. von der 1824 gegründeten musikalisch-theatralischen Gesellschaft der Stadt Olten gesagt werden kann, oft über ganze Zeitepochen hinweg das kulturelle Leben mit.
Viele dieser Vereine sind heute verschwunden. Die Vereinsarchive aber oder Teile davon sind auf uns gekommen. So liegen im Stadtarchiv neben den handgeschriebenen Statuten des „Weltverbesserungsvereins“ und zahlreichen anderen Dokumenten aus den verschiedensten Vereinsarchiven auch Akten und Protokolle des Oltner „Säli-Clubs“.
Im „Säli-Club“ traf sich der wohl profilierteste und zugleich unbequemste Vertreter der Oltner Wirtschafts-Pioniere, Nikolaus Riggenbach (1817-1899), mit Gleichgesinnten, diskutierte mit ihnen z.B. die Einführung einer hauptamtlichen Gemeindeschaffnerei (Gemeindeverwaltung), die Gründung eines Kantonsspitals in Olten, das Projekt einer Bahn über die Alpen, zu welcher er selber Modelle vorstellte; man sprach über die Errichtung von billigen Arbeiterwohnungen und über theoretische Fragen wie die Abschaffung der Todesstrafe und die Grundsätze eines modernen Rechtsstaates.
Der „Säli-Club“ realisierte 1870/71 schliesslich auch den Wiederaufbau des „Säli-Schlössli“, den er, wie die Abbildung zeigt, durch den Verkauf von „Aktien“ zu finanzieren suchte.
