Pläne
Das Stadtarchiv verfügt in seinem Fundus auch über eine beträchtliche Anzahl alter Pläne. Zu ihnen gehört auch dieser auf den ersten Anblick wenig spektakuläre Plan des „Distelihauses“ und der benachbarten Liegenschaften „ennet der Aaren“. Das „Distelihaus“ wurde erbaut durch Urs Martin Disteli (1755-1839), den Vater des begnadeten Zeichners und Karikaturisten Martin Disteli. Er entstammte einem alteingesessenen Oltner Geschlecht.
Olten war im ausgehenden 18. Jahrhundert ein eigentliches Zentrum des Wolle und Baumwolle verarbeitenden Gewerbes, boten doch hier schon anno 1786 nicht weniger als 21 „Woll- und Baumwollfabrikanten“ mehr als 1500 Personen Arbeit und Zusatzverdienst. Disteli war als „Verleger“ d.h. als Arbeitgeber für Strumpf- und Kappenstricker rasch zu Ansehen und Vermögen gekommen. Er galt als reichster Oltner und hatte sogar die Ehre, in der Helvetik als Unterdistriktsstatthalter erwählt zu werden.
Seine spekulativen Landkäufe und die rückläufige Tendenz im wollverarbeitenden Gewerbe brachten ihn aber, bevor er seine Pläne zur Errichtung einer Florettseidenspinnerei realisieren konnte, so sehr in finanzielle Schwierigkeiten, dass er 1829 seinen Konkurs anmelden musste und schliesslich verarmt starb.
Sein Haus wurde nur wenig später über drei Generationen hinweg Wohnsitz der Schuhfabrikanten Strub & Glutz. Heute gehört es als Tagungsstätte der Stadt Olten.
