Briefköpfe
Wer etwas auf sich hält, versieht auch heute noch gerne sein Briefpapier mit einem speziellen Briefkopf. Diese Sitte war im ausgehenden 19. Jahrhundert bis hinauf ins frühe zwanzigste Jahrhundert ganz besonders verbreitet. Mit einem möglichst eindrücklichen Briefkopf betonte man gerne seine eigene Bedeutung, rückte seinen Betrieb - vielleicht auf eine vom Künstler auf raffinierte Weise sogar etwas geschönte oder überzeichnete Art - ins beste Licht.
Briefköpfe aus dieser Zeit sind aber gerade deswegen oft äusserst interessante Belegstücke. Dies nicht bloss, weil sie uns heute meist eine Fülle von zusätzlichen Informationen vermitteln, sondern weil sie gelegentlich auch bauliche Zustände zeigen, die sonst gar nicht belegt werden könnten. So dokumentiert dieser Briefkopf der aus dem ehemaligen Drahtzug im Hammer hervorgegangenen Filztuchfabrik Munzinger aus dem Jahre 1892 auf ganz einzigartige Weise die Brücke, die seinerzeit im „Hammer“, im sogenannten „Dorfloch“ über die Dünnern führte.
Der abgebildete Briefkopf zeugt aber auch von der oft hervorragenden Qualität von Drucken, die damals in ortsansässigen Betrieben wie den Lithographieranstalten von Arx in Olten oder Hufschmied in Trimbach hergestellt wurden und die den Vergleich mit ähnlichen Produkten weit über die Region hinaus nicht zu scheuen brauchen.
